Blutspenden retten Leben, wenn es darauf ankommt. Umso wichtiger ist es, dass Menschen regelmäßig spenden. Leider sinkt die Anzahl der Blutspender jedes Jahr. Dabei ist Blutspenden einfach, dauert nicht lange, und hat in der Regel keine unangenehmen Nebeneffekte. Um die größten Mythen des Blutspendens aufzuklären, hat Korint hier zehn interessante Fakten zum Blutspenden aufgelistet.

1. Die Zahl der Spender in Deutschland sinkt stetig

15.000 Blutspenden braucht es nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Deutschland – täglich! Diesem unglaublichen Bedarf stehen immer weniger Spender gegenüber. Waren 2011 noch 95 von 1.000 Einwohnern registrierte Spender sind es 2017 nur noch 83, fast 13% weniger. Eine Ursache: Der demografische Wandel. Viele regelmäßige Spender erreichten in diesem Zeitraum das Höchstalter und dürfen daher nicht mehr spenden gehen. Umso wichtiger ist es daher, junge Menschen zum Spenden motivieren, denn:

2. Es gibt Altersgrenzen

Die Bundesärztekammer und das Paul-Ehrlich-Institut regeln, wer in Deutschland zur Blutspende zugelassen wird. Generell müssen Spender zwischen 18 und 68 Jahren alt sein, Erstspender müssen jünger als 61 Jahre sein. Über dieser Grenze ist eine Spende nur noch möglich, wenn ein Arzt zustimmt und keine gesundheitlichen Bedenken hat.

3. Was sind Blutgruppen?

Blut lässt sich in vier Gruppen einteilen. Die verbreitetste Gruppe A besitzen etwa 43% der Deutschen. Weitere 41% besitzen die Gruppe 0, lediglich 11% die Gruppe B und nur 5% die Gruppe AB. Dazu kommen noch zwei Rhesusfaktoren pro gruppe, Positiv (85%) und Negativ (15%). Bei der Spende ist es egal, welcher Gruppe Sie zugehören, bei der Transfusion hingegen lebenswichtig, denn nicht alle Gruppen sind kompatibel. Wird die falsche Gruppe trans fusioniert, bildet der Körper Antikörper, die das fremde Blut abstoßen – was zu lebensgefährlichen Situationen führen kann. Ein Vorteil des Blutspendens ist daher, dass die eigene Blutgruppe korrekt ermittelt wird. So geht man im Notfall kein Risiko ein.

4. Blut ist unersetzlich

Das meinen wir nicht nur metaphorisch. Zwar wird Blut tatsächlich in fast jedem Bereich der Medizin gebraucht, doch im Gegensatz zu Gelenken beispielsweise, gibt es keinen künstlichen Ersatz. Es gibt also keine Alternative zur Blutspende.

5. Männer dürfen häufiger Blutspenden

Den Flüssigkeitsverlust einer Blutspende gleicht der Körper innerhalb weniger Stunden aus, für die entnommenen Blutzellen braucht er zwei Wochen aus, für das verlorene Eisen braucht er jedoch acht Wochen. Dementsprechend müssen zwischen zwei Spenden mindestens zwei Monate liegen. Männer dürfen daher maximal sechs Mal im Jahr spenden. Frauen – aufgrund der Menstruation – maximal 4 Mal.

6. Vor und nach der Spende braucht man Stärkung

Bevor Sie spenden sollten Sie ausreichend gegessen und getrunken haben. So kann der Körper den Blutverlust besser ausgleichen, und Sie vermeiden Schwindelgefühle. Nach der Spende sollten Sie einige Zeit im Warteraum der Spendestelle warten und etwas trinken, sowie etwas Zuckerhaltiges essen. Vermeiden Sie körperlich anstrengende Tätigkeiten und Alkoholkonsum an den Tagen vor und nach der Spende.

7. So läuft die Spende ab

Nehmen Sie auf jeden Fall Ihren Personalausweis mit, sofern Sie nicht Erstspender sind, auch Ihren Spenderausweis. Bevor Sie spenden, füllen Sie einen Fragebogen mit medizinischen Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand aus. Anhand diesem stellt ein Arzt oder eine Ärztin im persönlichen Gespräch Ihre Spendentauglichkeit fest. Danach findet das eigentliche Blutspenden statt, das dauert tatsächlich in der Regel nicht länger als 10 Minuten. Im Anschluss daran empfiehlt sich eine 20- bis 30-minütige Erholungspause.

9. Was passiert mit Ihrem Blut?

Zunächst wird das Blut analysiert. Werden dabei Krankheiten oder Erreger festgestellt, werden Sie und auf Wunsch auf Ihr Hausarzt, informiert. So erhalten Sie mit jeder Spende auch gleichzeitig einen gratis Gesundheitscheck. Sollte Ihr Blut jedoch geeignet sein, wird es in der Regel in seine Bestandteile zerlegt, so kann mit einer Spende gleich mehreren Bedürftigen geholfen werden. Allerdings ist hier eile gefragt, denn Blut ist nicht lange haltbar. Blutplättchen überleben bei Raumtemperatur beispielsweise gerade einmal vier Tage. Umso wichtiger ist daher ein großer Bestand an regelmäßigen Spendern.

10. Wer darf nicht spenden?

Bestimmte Personen dürfen nicht spenden, da nur gesundes Blut verwendbar ist. Dabei ist zwischen temporären Kriterien zu unterscheiden, etwa Menschen, die kürzlich invasive Eingriffe durchlaufen haben, oder schwangere Frauen. Permanente Ausschlusskriterien sind etwa Herz- und Gefäßkrankheiten, schwere Nervenerkrankungen oder relevante Blutgerinnungsstörungen. Nicht mehr permanent, sondern unter Vorbehalt sind Homosexuelle und Prostituierte. Beide Gruppen waren früher aufgrund des erhöhten Risikos von Sexualkrankheiten permanent ausgeschlossen. Seit 2017 können diese Gruppen allerdings auch Blutspenden, sofern ihr Sexualverhalten über einen längeren Zeitraum kein deutlich erhöhtes Übertragungsrisiko für durch Blut übertragbare schwere Infektionskrankheiten birgt. Die genauen Richtlinien dazu, finden sich auf der Seite der Bundesärztekammer zu finden.

Wir hoffen, Sie mit dieser kurzen Liste überzeugt zu habe, dass Blutspenden kein Hexenwerk ist. Sofern keines dieser Kriterien auf sie zutrifft, sollten Sie überlegen Blutspenden zu gehen. Denn Blut wird immer gebraucht um der Aufwand der Spende ist mit einer Stunde durchaus akzeptabel. Spenden retten Leben, und sollten Sie oder einer Ihrer Angehörigen jemals in die Situation kommen eine Spende zu benötigen, sollte die Verfügbarkeit von Spenderblut das Letzte sein, worum Sie sich sorgen müssen.

Informationen zum Blutspenden in Ihrer Nähe finden Sie auf der Seite des Deutschen Roten Kreuz unter diesem Link: https://www.drk-blutspende.de/