Dass es in der Gesundheitspflege an Fachkräften mangelt, ist kein Geheimnis. Um den Personalmangel zu lindern kündigt Bundesminister Jens Spahn nun schnelle Maßnahmen. Darunter ein Sofortpaket mit 8.000 zusätzlichen Pflegekräften, außerdem soll eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen die Pflegeberufe attraktiver gestalten.

Bundesminister Spahn sieht Fachkkräftemangel im Pflegebereich als großes Problem.

Mittlerweile hat die Bundesregierung das Problem erkannt und verspricht Besserung. In seiner Regierungserklärung stellte Gesundheitsminister Spahn das Regierungskonzept für die kommende Legislaturperiode vor. Gleich der erste der drei Themenschwerpunkte: der Pflegenotstand.

In einem Sofortprogramm verspricht Spahn bis zu 8.000 zusätzliche Krankenpfleger/innen. Auf dem Deutschen Pflegetag in Berlin sprach sich Spahn außerdem für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Pflegekräften aus, etwa durch bessere Bezahlung und einheitliche Tarifsysteme. Nur durch eine Attraktivitätssteigerung der Pflegeberufe sei die schwierige Situation langfristig zu lösen.

Behebung des Personalmangels wird nicht einfach

Spahn warnte jedoch auch vor überzogenem Optimismus. Trotz all der Anstrengungen der Bundesregierung sei dies kein leicht lößbares Problem. Bei allem Reformwillen stünde letztendlich auch immer die Frage der Finanzierung im Raum, hier erwartet der Minister intensiven Verhandlungsbedarf mit seinem Amtskollegen Hubertus Heil.

Schließlich kann auch der Bundesminister keine Pflegekräfte aus der Luft zaubern. Will die Regierung mehr Pflegefachkräfte, so müssen Ausbildung und Arbeitsbedingungen zuerst Attraktiver gestaltet werden. Nur so kann es gelingen neue Auszubildende anzuwerben, oder bereits ausgebildete Pflegekräfte daran zu hindern bessere Konditionen im Ausland zu suchen. Alternativ ist auch eine Anwerbung ausländischer Fachkräfte möglich, schon jetzt können viele Kliniken ihren Personalbedarf nur noch durch Personal aus europäischen Nachbarländern decken.

Pflege Experten fordern entschlossenes Handeln der Bundesregierung

Der Präsident des deutschen Pflegerates, Franz Wagner, fordert derweil noch weitere Schritte seitens der Regierung. Langfristig seien 50.000 zusätzliche Beschäftigte in sowohl Krankenhaus- als auch Altenpflege notwendig um die aktuellen Pflegestandards aufrechterhalten zu können. Ohne schnelles Handeln der Bundesregierung sei eine Aufrechterhaltung pflegerischer Standards schon in absehbarer Zukunft nicht mehr gewährleistet.

Herrn Spahn ist keine leichte Aufgabe zugefallen. Schnelle Lösungen sind nicht zu erwarten, und die Situation droht weiter schlechter zu werden. Bis zur endgültigen Lösung kann der flexiblere Einsatz des vorhandenen Personals temporären Personalmangel lindern, alternative empfiehlt sich die Suche nach qualifizierten Pflegefachkräften im Ausland.

Rund 200.000 Pflegekräfte könnten bis 2025 deutschlandweit fehlen.