Als Lösung für den Mangel an Spenderorganen setzt sich Gesundheitsminister Spahn für eine Widerspruchslösung ein. Statt wie bisher die Zustimmung zu fordern bevor Organe entnommen werden dürfen, plant der Minister künftig alle Bürger zu Organspendern zu machen, solange kein Widerspruch vorliegt. Korint nutzt die Gelegenheit, um generell zur Organspende zu informieren.

Die Begründung ist recht einfach. Aktuell stehen den etwa 10.000 Wartenden in Deutschland lediglich 797 Spender gegenüber. Die niedrigste Zahl seit 20 Jahren. Als Versuch diese Lücke zu schließen plante Spahn die Einführung einer Widerspruchsregelung, wie sie bereits in Spanien und anderen EU Ländern gilt. Bisher gallten als Spender nur diejenigen, die einen Organspendeausweis besaßen, bei allen anderen wurde entweder über eine Patientenverfügung oder eine Entscheidung der Angehörigen bestimmt, ob Organe entnommen werden konnten. Indem grundsätzlich alle Menschen zu Spendern erklärt wurden, sofern sie nicht explizit widersprachen, sollte das Defizit an Spenderorganen ausgeglichen werden. Dieser Vorschlag wirkt etwas merkwürdig, vor dem Hintergrund, dass in Deutschland weit über 80 % der Bürgerinn und Bürger einer Organspende positive gegenüberstehen, aber lediglich 36 % einen Spenderausweis besitzen, scheint die Idee aber zunächst nicht falsch. Trotzdem hat die Idee eine tief philosophische Kontroverse über Selbstbestimmung und Staatsbevormundung losgetreten. An dieser Stelle wollen wir keine Meinung äußern, sondern über das aktuelle Verfahren informieren, und an jeden Menschen appellieren, eine Entscheidung, wie auch immer geartet, zu treffen.

Wer kann Organe Spenden?

Grundsätzlich können alle Menschen ab dem 16. Lebensjahr angeben Organspender werden zu wollen. Widersprechen kann man bereits ab dem 14. Lebensjahr. Eine Altersgrenze gibt es nicht, denn Organe werden vor der Spende auf ihre Spendentauglichkeit überprüft. Eine 70 Jahre alte Niere kann dabei genauso wertvoll sein, wie eine 20-jährige. Daher ist es auch egal ob Sie Rauchen oder chronische Krankheiten haben, da selten alle Organe betroffen sind. Ein Raucher kann beispielsweise trotz Lungenschäden ein Herz oder eine Niere spenden. Lediglich

Wann werden Organe gespendet?

Es gibt zwar Fälle von Lebendspenden, die meisten Organspenden erfolgen jedoch nach dem Hirntod der Spender. Dieser wird von zwei unabhängigen Fachärzten erklärt. Wichtig ist: Wer in der Position ist Organe zu spenden, ist nicht mehr in der Lage selbst zu entscheiden. Wen ein Hirntod ereilt, der kann keine bewusste Entscheidung mehr über das Verfahren mit seinen Organen treffen. Getroffen werden muss die Entscheidung jedoch. Haben Sie dies nicht zu Lebzeiten getan, fällt die Entscheidung nun Ihren Angehörigen zu, die in Ihrem Sinne urteilen müssen. Um Ihre Angehörigen in einer ohnehin schon schweren Situation nicht noch mit dieser schweren Entscheidung zu belasten, empfehlen wir daher früh Klarheit zu schaffen, im Idealfall mit einem Spenderausweis. Nach der Einwilligung durch den Patienten oder die Angehörigen, werden nun die Organe untersucht und falls geeignet transplantiert.
 

Was kann gespendet werden?

Folgende Organe können gespendet werden: Herz, Lunge, Leber, Nieren, Bauchspeicheldrüse und Darm.

Des Weiteren können folgende Gewebe gespendet werden: Horn- und Lederhaut der Augen, Herzklappen, Haut, Blutgefäße, Knochen-, Knorpel- und Weichteilgewebe sowie Gewebe, die aus Bauchspeicheldrüse oder Leber gewonnen werden. Gewebe können im Gegensatz zu Organen gelagert und später verwendet werden. Daher ist eine Gewebespende immer hilfreich, währen eine Organspende nur dann erfolgen kann, wenn gerade nach einem entsprechenden Organ gesucht wird.

Wie werde ich Organspender?

Organspender wird man schnell und unbürokratisch. Eine Ausweis können Sie sich ganz einfach hier herunterladen und ausfüllen. Sie können hier einer Organspende zustimmen, sowie widersprechen und auch angeben ob nur bestimmte Organe und Gewebe gespendet werden sollen. Der Spenderausweis sollte grundsätzlich gut auffindbar sein, damit im Zweifelsfalle schnell und im Sinne des Spenders entschieden werden kann. Es empfiehlt sich also, den Ausweise immer bei sich zu tragen und Angehörige über den Verbleib zu informieren. Sollten Sie Ihre Meinung später ändern, können Sie sich einfach einen neuen Ausweis ausstellen und den alten vernichten. Alle Informationen zur Organspende finden Sie außerdem auf der Seite des Bundesgesundheitsministeriums hier.

Treffen Sie eine Entscheidung.

An dieser Stelle darum ein Appell. Niemand hat die Pflicht Organspender zu sein. Ob man spendet oder nicht ist eine individuelle und persönliche Entscheidung, in die viele Faktoren fließen. Wer sich gegen eine Spende entscheidet handelt genauso legitim wie der, der spendet. Zwar denkt niemand gerne über den Ernstfall nach, Sie sollten aber trotzdem eine Entscheidung treffen. Denn das erleichtert es nicht nur Ihren Angehörigen, im Fall der Fälle in Ihrem Sinne zu handeln, es bewahrt sie auch von einer potentiell schweren Entscheidung, in einer ohnehin schon schweren Zeit. Ein Spenderausweis, egal wie ausgefüllt, gehört deswegen in jedes Portmonee.